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4.7. Exportrisiko

In dem Zusammenhang mit dem großen Potential, welches im Export von Wehrtechnik für die Hersteller liegt, entstehen aber nicht nur Chancen. Vorausgesetzt die europäischen Staaten einigen sich im Zuge einer Vereinheitlichung und Öffnung des EU-Marktes auf gemeinsame Exportrichtlinien, ergeben sich Risiken und Situationen, die der dringenden Klärung bedürfen.

Im Zuge des Exportes wird immer die Frage nach den Menschenrechten im Empfängerland aufkommen. Da gerade autokratische Systeme ihre Macht durch Polizei und Militär sichern, sind diese auch modernen Waffensystemen und Training interessiert. Wie der ‚Arabische Frühling‘ gezeigt hat, können unvorhergesehene Situationen entstehen, in denen die politische Unterstützung für solche Exporte sehr schnell entzogen werden kann.

Erschwerend sind auch die unterschiedlichen Geschäftspraktiken in anderen Gesellschaftskreisen. In vielen Ländern sind Korruption und Bestechung gängige Geschäftspraktik sowie gesellschaftlich akzeptiert und zum Abschluss eines Vertrages zwingend notwendig. Außerdem lassen sich gerade in der Verteidigungsindustrie „Schmier- und Bestechungsgelder“ relativ leicht verschleiern, da immer die nationale Sicherheit betroffen ist und nahezu alle Projekte unter Geheimhaltungsstufen laufen.92 Da dieses Vorgehen sich aber nicht mit der westlichen Gesetzgebung vereinbaren lässt, entsteht hier ein Wettbewerbsnachteil gegenüber Nationen, wo dieser Sachverhalt entweder ignoriert oder nicht verfolgt wird.

Neben den politischen und ‚company compliance‘-Problemen kommen auch noch Risiken im technisch-finanziellen Bereich dazu.

Die Chancen, einen Exportkunden zu gewinnen, sind wesentlich höher, wenn die gewünschte Ausrüstung bei einer anderen Armee bereits im Einsatz oder in der Beschaffung ist. So besteht durchaus die Möglichkeit, dass dieser das fertige oder in Entwicklung befindliche Produkt sehen oder gar erproben kann. Problematisch wird die Situation, wenn selbst die Heimatarmee des Herstellers dieses Produkt nicht verwendet und somit Zweifel an dem Produkt entstehen können, oder wenn überhaupt kein Nutzer zu Referenzzwecken vorhanden ist‘.93

Erschwerend für den Export ist auch der Faktor Entwicklungskosten. Während bisher die Entwicklung in vollem Umfang von den Staaten z.B. durch Forschungsoder Demonstratoraufträge übernommen wurden, erwartet der Kunde nun meistens ein fertiges Produkt. Die Kosten und Risiken der Entwicklung liegen folglich komplett auf Herstellerseite.

 

92 (Hegmann, 05.10.2012)
93 (Boßdorf & Metzner, 2012)