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3.5.2. Großbritannien

Großbritannien hat in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg verschiedene Arten der Industriepolitik praktiziert, in den Bereichen der Rüstungspolitik bisweilen mit protektionistischer Ausprägung, und auch häufig aktiv zur Steuerung eingegriffen. Diese Maßnahmen erwiesen sich aber als nicht sehr erfolgreich und als Folge wurde mit der Privatisierung der britischen Staatsbetriebe und der Regierung Thatcher in den 80er Jahren begonnen. In diesem Zuge wurden auch nahezu sämtliche direkten Subventionen für die Industrie abgeschafft.41

Seit dem wird die britische Rüstungsindustrie nach privatwirtschaftlichen Regeln betrieben und ist ein Teilnehmer des offenen britischen Verteidigungsmarktes, der durch eine wettbewerbsorientierte Beschaffungspolitik geprägt wird. Getrieben durch die Ineffizienz der Beschaffungsvorgänge und die fortschreitende technische Entwicklung wurde die Zusammenarbeit mit Industriepartnern verstärkt und wird sich auch weiter intensivieren. Gleichzeitig wurde auch der Smart-Acquisition-Prozess eingeführt, der sich mit den Schlagwörtern ‚schneller, besser, billiger‘ beschreiben lässt.42

Als Ausgleich für diesen offenen Beschaffungsmarkt, auf dem etwa 10% der Aufträge an ausländische Anbieter gehen, wird eine Exportförderung und Offset-Politik betrieben. Das Ziel der Offsetpolitik ist die Erhaltung der eigenen technologischen Fähigkeiten und Arbeitsplätze durch die Vergabe von Unteraufträgen an einheimische Firmen.43

Die Exportförderung wird vom Staat mit erheblichen finanziellen Mitteln unterstützt und besteht aus einer staatlichen Agentur, die die Exportbemühungen der Industrie aktiv fördert und unterstützt (finanziell und Dienstleistungen). Gleichzeitig wird dadurch die Absatzmenge der Industrie erhöht und bring dieser Vorteile u.a. durch Rabatte bei Mengenabnahme bei den Zulieferern. Auf politischer Ebene sichert sich Großbritannien somit weiterhin den Einfluss, den sich London als Hauptstadt des alten britischen Empires durch die Unterstützung wohlgesonnener Staaten erhalten will, und selbst das englische Königshaus unterstütz diese Vorhaben aktiv.44

In Zusammenfassung lässt sich festhalten, dass die Regierung in London nach der anfänglichen, gänzlichen Enthaltung nach der Privatisierung die Zügel wieder etwas in die Hand genommen und die Zusammenarbeit mit bzw. Kontrolle über die Rüstungsindustrie verstärkt hat. Auch in Großbritannien wird dieser Branche eine große Bedeutung beigemessen und es existieren klare Vorgaben in Form eines sicherheits- und verteidigungspolitischen Konzeptes, welches auch die Technologieförderung und aktive Exportunterstützung beinhaltet.45

 

41 (Hoffbauer, 2.6.2004)
42 (Gray, 2009)
43 (Mawdsley, 2002, S. 19f)
44 (Mayhew, 2002)
45 (Küchle, 2005, S. 42ff)