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4.9. Fazit der Marktveränderungen

Der Markt für Rüstungsgüter als auch die Produkte selber unterliegen derzeit einer Phase der signifikanten Änderungen. Neue Technologien bieten neue Einsatzmöglichkeiten, die wiederum neue Abhängigkeiten und Bedrohungen erzeugen und somit wiederum neue Produkte erfordern, um diesen begegnen zu können. Durch diesen Kreislauf ist grundsätzlich ein langfristiges Überleben der wehrtechnischen Industrie möglich, die Industrie muss sich jedoch diesem Kreislauf anpassen.

Die Geschwindigkeit der Entwicklungen hat sich aber beschleunigt, so dass Entwicklungszyklen von vielen Jahren bis zur Marktreife und dem anschließenden Einsatz in den Streitkräften nur noch schwer zu akzeptieren sind. Erste Veränderungen sind bereits eingetreten über die UORs (Urgent Operational Request)‘, die aus den Einsatzgebieten gestellt werden, und eine schnelle Entwicklung oder Anpassung und Lieferung der Ausrüstung erfordern. Allerdings setzt dies nicht nur Veränderungen bei der Entwicklungsgeschwindigkeit voraus, sondern auch bei der Zulassung und Zertifizierung durch die Behörden und Streitkräfte.

Im Rahmen dieser UORs kommt es bereits zu einer engeren Zusammenarbeit mit diesen Behörden und Abteilungen der Streitkräfte. Es ist zu erwarten, dass diese Zusammenarbeit sich noch vertiefen wird durch die komplexer werdenden Systeme und schnelleren Entwicklungszyklen. Diese Zusammenarbeit ist über diesen Bereich hinaus gerade in die Anfangsphase eines Projektes zu erweitern, da gerade zu Beginn einer Entwicklung wesentliche Weichenstellungen für den Projekterfolg gestellt werden.

Obwohl die Verteidigungsetats der einzelnen Staaten sinken, ist im EU-Gesamtrahmen ausreichend Finanzkraft vorhanden für eine schlagkräftige europäische Armee. Dafür sind aber weitreichende politische Entscheidungen zu treffen, die wiederum dem Ansatz der meisten Nationen widersprechen. Sie wollen sich weiterhin auf die Breite des Fähigkeitsspektrum zu stützen, um sich nicht in Abhängigkeiten von anderen Nationen zu begeben und dadurch an Handlungsfähigkeit einbüßen. Die Folge davon ist eine sehr geringe Durchhaltefähigkeit im Einsatz.

Darüber hinaus haben die aktuellen Einsätze große Lücken im europäischen Fähigkeitsprofil gezeigt die nur im NATO-Rahmen durch die USA zu decken sind. Mit der US-Interessenverschiebung auf den asiatisch-pazifischen Raum ist auf lange Sicht diese permanente Unterstützung im heutigen Umfang nicht sichergestellt, so dass große Neubeschaffungsprogramme potentiell vorhanden sind.

Gleichzeitig ist über die letzten Jahre bei den Streitkräften durch die sinkenden Etats ein Beschaffungsstau eingetreten, als Folge dessen große Teile der Ausrüstung nur bedingt einsetzbar sind oder nicht den aktuellen Anforderungen entsprechen. Besonders in den Bereichen Aufklärung, Kommunikation und unbemannte Flugzeuge sind durch den technologischen Fortschritt neue Möglichkeiten entstanden, die eine Beschaffung erforderlich machen.

Diese Beispiele verdeutlichen, dass ausreichend Bedarf an neuer Ausrüstung innerhalb Europas besteht. Um das volle Potential für die Unternehmen nutzbar zu machen, müssen aber die Restriktionen und Markteintrittsbarrieren zu den einzelnen nationalen Verteidigungsmärkten abgebaut werden. Dies sollte mit einer Vereinheitlichung der Anforderungen einher gehen und die Streitkräfte müssen sich mit der Frage auseinander setzten, ob sie immer ein genau auf sie angepasstes Produkt benötigen oder ob nicht auch ca. 80% Erfüllung der Anforderungen reichen. Daraus würden höhere benötigte Stückzahlen im EU-Rahmen entstehen, die es den Unternehmen zusätzlich ermöglicht die Effekte der Erfahrungskurve auszunutzen und somit weiter sinkende Preise erzeugt.

Auf dieser Erkenntnis beruht auch die Einführung und Beschaffung von immer größeren Stückzahlen von COTS oder MOTS-Produkten. Dabei wird auf ein bereits fertiges Produkt auf dem Markt zugegriffen, welches dann anschließend höchstens für bestimmte erweiterte Teilaufgaben angepasst wird. Dadurch werden teure Neuentwicklungen umgangen und man bekommt ein meistens technologisch ausgereiftes, bereits in der Nutzung befindliches Produkt.

Große Chancen liegen auch im Verkauf der Wehrtechnik im Export, so z.B. an Länder der ‚emerging markets‘. Dafür sind aber einheitliche Exportrichtlinien innerhalb Europas unabdingbar, genauso wie eine Absprache bezüglich gemeinsamer politischer Unterstützung. Ein technologisch fortschrittliches und ausgereiftes Produkt kann ohne die entsprechende Unterstützung der Regierungen als ‚Ladenhüter‘ enden.

Durchaus vorstellbar ist auf lange Sicht auch eine Öffnung des US-amerikanischen Marktes. Voraussetzung wäre aber ein einheitlicher europäischer Markt, der gute Chancen für die US-Industrie bieten würde. Gleichzeitig wäre es für diese Unternehmen aber auch ein Risiko, denn sie würden in einigen Regionen ihre bisherigen Kunden verlieren und der Wettbewerb wäre insgesamt stärker. Zu vermuten ist aber, dass die progressiven US-Unternehmen diesen neuen Wettstreit als positiv betrachten und die sich ergebenden Chancen für größer als die Risiken einstufen. Die Folge wären ein harter Wettbewerb, der die beteiligten Unternehmen zu Höchstleistung und Entwicklung von neuen Spitzentechnologieprodukten antreiben und sich somit positiv auf die Fähigkeiten und Beschaffungsmöglichkeiten innerhalb der NATO auswirken würde.

Die Analyse der Veränderungen zeigt, dass der Markt durch seine Veränderungen ein großes Potential bietet, aber dass gleichzeitig für die Nutzung dieses Potential noch einige politische Änderungen und europäischen Zusammenwachsen erforderlich sind.