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Studienbetreuung
Die Auswahl von Produktideen, welche innerhalb einer Reihe realisiert werden sollen, erfolgt unter Berücksichtigung verschiedener Kriterien. Wesentlich ist die Beurteilung der Frage, wie gross das Bedürfnis des Kunden nach dem Produkt ist, erst einmal unabhängig von dem geplanten Design. Einzubeziehen sind sowohl die Bedürfnisse des Endverbrauchers als auch die des Händlers:
In Anbetracht der Produktvielfalt im A-Produktsegment der Muster GmbH steht dann besonders die Frage nach dem Know-How bzw. nach einem geeigneten Lieferanten im Mittelpunkt bei der Bewertung einer Produkt-Idee. Inzwischen verfügt das Unternehmen über einen soliden Stamm zuverlässiger Lieferanten für verschiedenste Produkte und Materialien, mit dem er neue Produkte umsetzen kann. Bei einer neuen Produktidee sind daher folgende Optionen zu prüfen:
Wenn alle diese Optionen nicht vorliegen, verlängert dies den Entwicklungsprozess und der Produktmanager sucht auf entsprechenden Herstellermessen nach einem geeigneten Zulieferer. Natürlich birgt dieser Prozess immer ein gewisses Wagnis, da noch keine Erfahrungen bezüglich Qualität und Zuverlässigkeit vorliegen. Doch nur auf diese Weise lässt sich der Lieferantenstamm ausweiten.
Im Anschluss ist dann eine weitere Frage zu stellen:
Dies ist für Produktreihen, die über eine Saison hinaus angelegt sind, von zentraler Bedeutung. Die gesammelten Produktideen werden daher unterteilt in A-, B- und ggf. C-Produkte gemäss ihrer Erscheinungsreihenfolge. Hier spielen verschiedene Kriterien eine Rolle, beispielsweise
Gemäss der eben erläuterten Bewertungskriterien für neue Produktideen einer Reihe gilt es nun, die im Brainstorming ermittelten Produkte zu prüfen und gemäss ihrer Realisierbarkeit und Notwendigkeit in eine Reihenfolge zu bringen. Das Ergebnis waren je acht A-Produkte, die als notwenige Basisprodukte den Start der neuen Reihe markieren sowie acht B-Produkte, welche eine längere Entwicklungszeit benötigen und damit verbunden zumeist höhere Investitionen.
Das letztendliche Kriterium für die Frage, ob ein Produkt produziert wird oder nicht, stellt allerdings die Frage nach der Rentabilität eines solchen dar. Um diese Frage zu klären, muss das Produkt unter Betrachtung seines Verkaufspreises kalkuliert werden.
Bei der Festlegung ihrer Verkaufspreise orientieren sich Unternehmen vor allem an drei Faktoren: Kosten, Nachfrage und Wettbewerb. Allen Dreien gleichermassen gerecht zu werden ist dabei in der Regel unmöglich.112
Der Kostenpreis basiert auf den jeweiligen Stückkosten sowie einem entsprechenden Gewinnzuschlag, welcher je nach Branche variiert. Branchen mit niedriger Produktumschlaggeschwindigkeit wie beispielsweise der Kunsthandel setzen höhere Gewinnspannen an als Branchen mit Produkten, die schnell verkauft werden.113
Die Nachfrageorientierung richtet sich derweil nach den Wertvorstellungen, welche ein Kunde von dem Produkt hat. So ist die Birkin Bag von Hermès nicht nützlicher als jede andere Handtasche dieser Grösse und doch kostet sie mit 6000 USD aufwärts deutlich mehr als viele andere. Der Wert für die Kundin beruht jedoch nicht auf ihrem praktischen Nutzen, sondern auf dem mit der Tasche verbundenen Status und Image.114
Schliesslich dienen auch die Preise der Wettbewerber als Massstab für die Festlegung eines adäquaten Preises. Praktisch bedeutet dies, dass viele Unternehmen, so auch die Muster GmbH, wie folgt vorgehen115:
Zur konkreten Kalkulation werden in der Muster GmbH diese Komponenten herangezogen:
Stellt sich bei diesem Prozess heraus, dass ein Produkt nicht zu einem Preis realisierbar ist, den Annahmen zufolge der Kunde bereit ist zu zahlen, so stellt dies seine Entwicklung in Frage.
112 SGBS Modul II Marketing-Strategien, Kapitel 2, S. 32 und 35
113 SGBS Modul II Marketing-Strategien, Kapitel 2, S. 32
114 Kotler, 2008, S. 286
115 SGBS Modul II Marketing-Strategien, Kapitel 2, S. 32 und 35