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2.6.2. Vorgehensmodell

Eine der wichtigsten Entscheidung zu Beginn stellt die Wahl der Einführungsstrategie dar. „Big-Bang“, „Step-by-Step“ oder Piloteinführung sind typische Vorgehensweisen.

Bei der „Big-Bang“ Strategie wird zu einem festgesetzten Termin das neue System in vollem Umfang in Betrieb genommen. Ein Vorteil von „Big-Bang“ liegt in der kürzen Projektlaufzeit, vor dem Hintergrund der Komplexität des Projekts ist damit auch ein größeres Risiko besonders bei der Umstellung verbunden. Kostenseitig ist dies meist die günstigste Variante, da auf zusätzliche Schnittstellen verzichtet werden kann.

Wählt man das „Step-by-Step“ Vorgehen, findet eine stufenweise Einführung gegliedert nach z.B. Modulen, Prozessen oder Abteilungen zeitlich versetzt statt. Das Risiko wird durch die kleineren, überschaubareren Einheiten reduziert, jedoch werden dafür oft zusätzliche temporäre Schnittstellen benötigt, die sich kostenseitig negativ auswirken. Auch die Laufzeit der Einführung wird bei diesem Vorgehen erheblich länger.

Pilotierung bedeutet die Einführung in einem Unternehmensbereich als Pilotprojekt, z.B. einem Werk oder einem Standort und eine spätere Ausweitung auf die weiteren Werke bzw. Standorte. Man spricht dabei auch von einem „Roll-Out“ des Projekts.67

Gronau spricht in diesem Zusammenhang von der Umstellungsstrategie und setzt diese Entscheidung eher ans Ende der Projektplanung. Er unterscheidet dabei in die:

  • Aufteilung nach Geschäftsobjekten,( z.B. nach Kunden, Artikel, etc.)
  • Aufteilung nach Funktionen ( z.B. Einkauf, Lagerhaltung, Produktion, etc.)

und der vollständigen Ablösung Altsystems zu einem Zeitpunkt, “Big-Bang“.68

Letztere Unterscheidung scheint aus meiner Praxissicht nicht sinnvoll und praktikabel. Besonders die Umstellung nach Geschäftsobjekten würde bedeuten zwei Systeme parallel über die Projektlaufzeit führen zu müssen. Man denke dabei nur an die Problematik z.B. in der Logistik oder in der Buchhaltung beide Systeme zusammenführen zu müssen.

 

67 Vgl. (Hansmann & Neumann, 2011), S. 287f.
68 Vgl. (Gronau, 2010), S. 342f.