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Mittelständische Unternehmen sind ganz wesentlich durch die Einheit von Eigentum und Leitung geprägt. Der Eigentümer ist auch der Manager der Unternehmung. Für seine strategischen und operativen Entscheidungen steht er mit seinem eigenen Kapital gerade. Der Unternehmer ist sehr nahe am operativen Geschäft und übt direkte Kontrolle auf die Entscheidungen aus. Die flache Hierarchie durch die geringe Leitungstiefe und geringe Anzahl von Instanzen hat eine große Nähe der Mitarbeiter zur Unternehmensleitung zu folge. Das führt zu einer besseren Einbeziehung der Interessen der Mitarbeiter.88 Durch die starke Einbindung des Unternehmers in das operative Geschäft besteht das Risiko, dass strategische Überlegungen und notwendige Veränderungsprozesse nicht angestellt oder übersehen werden.89 Die Sozial- und Führungsbeziehungen in KMU sind geprägt von starkem interpersonalen Vertrauen und direkter persönlicher Kommunikation.90 Die Leitungen von KMU neigen oft zu einer Unterschätzung des Ressourcenbedarfs und einer Überschätzung der eigenen betrieblichen Leistungsfähigkeit, wodurch eine erfolgreiche Umsetzung von Vorhaben und Projekten verhindert oder eingeschränkt wird.91
Strategische Entscheidungen werden im Mittelstand häufig spontan und intuitiv getroffen. Kurzfristiges Denken und reaktives Handeln ersetzen oft eine systematische zukunftsorientierte Planung. Mitarbeiter in mittelständischen Unternehmen weisen ein hohes Maß an tradierten Handlungsmustern auf, die die Bereitschaft zu Veränderungsprozessen einschränken.92
Eine geringere Arbeitsteiligkeit im Mittelstand vermindert den Druck, Geschäftsabläufe zu standardisieren und konsequent einzuhalten. Die Mitarbeiter erledigen viele Aufgaben nicht aufgrund ausgeklügelter Systeme, sondern mit gesundem Menschenverstand und von Fall zu Fall. Die Priorisierung kann sich in solchen Firmen auch nach der Aufgeregtheit eines Kunden richten. Das Maß an Systematik und Professionalität steht und fällt mit der Arbeitsauffassung des zuständigen Mitarbeiters.93
88 Vgl. (Reinemann, 2011), S. 5f.
89 Vgl. (Becker & Ulrich, 2011), S. 55f.
90 Vgl. (Pfohl, 2006), S. 89.
91 Vgl. (Feitner, 2010), S. 139f.
92 Vgl. (Becker & Ulrich, 2011), S. 58ff.
93 Vgl. (o.V., http://www.computerwoche.de/heftarchiv/2001/38/1070814/).