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7.2 Anwendung

Im Jahr 2003 wurde der Autor in seiner Verantwortung für Führungskräfte- und Personalentwicklung mit der Konzeption eines 2-tägigen Workshops für die Führungskräfte (Projektleiter von Eisenbahninfrastrukturprojekten und Stabsleiter) des GB Planung & Engineering der ÖBB beauftragt. Es sollten unterschiedliche vorgegebene Themen diskutiert werden, aber auch Raum für die Behandlung offener Punkte und Anliegend der anwesenden Mitarbeiter geschaffen werden. Der Autor entschloss sich, eine externe Beraterfirma, die auf systemische Lösungen spezialisiert ist, für eine analoge Intervention zu engagieren. Ziel dieser Intervention sollte sein, latente Muster aufzudecken, die vor allem in den kommunikativen Prozessen vermutet wurden.

In der Auftragsklärung wurde mit dem Beraterteam vereinbart, die Intervention „Die Schlachtung der heiligen Kühe“ nach Königswieser/Exner durchzuführen.42

Nach einer kurzen Übung zum gegenseitigen Kennenlernen wurden die anwesenden Personen in 4 etwa gleich große Gruppen eingeteilt und gebeten, als Team eine Präsentation in frei zu wählender analoger Form vorzubereiten. Titel der Aufgabe war: „Wie kann ich eine Organisation blöd halten“.

Bemerkenswerterweise entschlossen sich alle Teams, ohne sich vorher abzusprechen, einen Sketch# einzustudieren. Den Mitgliedern der vier Teams wurden Rollen zugeteilt, und in allen Präsentationen wurde auf humorvolle Weise eine Situation aus dem täglichen Unternehmensalltag nachgestellt. Die Akteure inszenierten in den vier Sketches jeweils Kommunikationsprobleme, die offenbar zwischen dem Chef (dem Geschäftsbereichsleiter) und seinen Mitarbeitern bestanden. Auch der Chef selbst und seine Assistentin wurden in einem Fall dargestellt und persifliert.

In Anbetracht der Anwesenheit des Geschäftsbereichsleiters während aller Präsentationen und der Eindeutigkeit der gezeigten Darstellungen ist die Reaktion des angesprochenen Managers bemerkenswert. Durch die humorvolle Art der Aufführungen wurde ihm eine ideale Basis für die Bereitschaft zur Spiegelung der eigenen Handlungen geboten. So bedankte sich der betroffene Geschäftsbereichsleiter erst für die köstliche Unterhaltung, bestätigte die Eindeutigkeit der Botschaften und leitete drei wesentliche Kommunikationsmaßnahmen ab, die auch in kürzester Zeit umgesetzt wurden. Darunter war neben der garantierten Möglichkeit für jeden der Führungskräfte, ein Mal monatlich ein intensives 4-Augengespräch mit ihrem Chef abzuhalten, auch eine tägliche(!) persönliche Information des Chefs an alle Mitarbeiter in Form einer Intranetnachricht, die automatisiert jeden Morgen auf den PCs aller Mitarbeiter erschien. Diese Informationsschiene berichtete neben unternehmensrelevanten Wichtigkeiten auch über Erfolge oder Schicksale von Mitarbeitern des Geschäftsbereichs, wurde fast zwei Jahre nur mit abwesenheitsbedingten Unterbrechungen durchgehend gebracht und erfreute sich großer Beliebtheit.

 

42 Königswieser/Exner (Systemische Interventionen) 246f
# Posse, Parodie