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7.1 Beschreibung

Die atemberaubende Dynamik der Märkte in den letzten Jahren zwingt Unternehmen weltweit, Prozesse einzuleiten, die diesen rasanten Wandel so verarbeiten und für das System nutzbar machen können, dass das Überleben des Unternehmens gewährleistet ist. Manager und Berater stehen vor der Frage: Auf welche Weise können wir das System beeinflussen, um den Prozess der Veränderung – sei es in Form von Rationalisierung, Prozess-, Kunden- und Teamorientierung, Strategiearbeit oder sonstiger Entwicklungsprozesse – zu unterstützen?

Basierend auf dem grundlegenden systemischen Verständnis, dass Systeme wenig bis kaum von außen verändert werden können bzw. die Kraft und Kompetenz zur Veränderung vor allem im System zu finden ist, richten sich systemische Beratungsansätze vor allem darauf, Konzepte, Architekturen und Designs zu entwickeln, welche fruchtbare Impulse in soziale Systeme setzen.

Unter Intervention kann zunächst alles verstanden werden, was ein Berater in Anwesenheit eines Kundensystems tut oder auch unterlässt. So wie man in sozialen Systemen nicht NICHT handeln (oder kommunizieren) kann, so kann ein Berater in Beratungssituationen auch nicht NICHT intervenieren. Alles, was ein Berater im Laufe eines Beratungsprozesses macht, kann von den Kunden als Beratungshandeln ausgelegt werden. Und der Berater macht auch etwas, wenn er glaubt, nichts zu tun, wie etwa eine Frage übergehen oder überhören. Auf bestimmte Fragen in bestimmten Situationen nicht (verbal) zu antworten, gehört ja auch zum Grundrepertoire von Beratern.38

Abbildung 7–1: Interventionsbaum (Quelle: Königswieser/Exner)

Abbildung 7–1: Interventionsbaum (Quelle: Königswieser/Exner)

Unter den systemisch-konstruktivistischen Grundprämissen entstehen so systemische Interventionen, die – im Rahmen von Organisationsberatungen angewandt – von Königswieser/Exner als „zielgerichtete Kommunikation, in der man sich der prekären Ausgangslage des Versuchs der wirkungsvollen Beeinflussung eines sozialen autonomen sozialen Systems bewusst ist“, beschrieben werden.39 (Siehe Abbildung 7-1). Willke erklärt Interventionen als eine zielgerichtete Kommunikation – d.h. eine bestimmte Wirkung beim Kommunikationspartner wird in das Kalkül der Kommunikation mit einbezogen – zwischen psychischen und/oder sozialen Systemen, in der die Autonomie des intervenierten Systems respektiert wird. Systemtheoretisch aufgeklärte Interventionsstrategien zeichnen sich demnach vor allem dadurch aus, dass sie das Risiko von Interventionen in autonome Systeme klarer bestimmen, stärker eingrenzen und deshalb wohl eher tragbar machen.40

Die Rolle des Beraters liegt bei dieser Methode des systemischen Handlungsspektrums vor allem darin, mit anderen Vorstellungen die Wirklichkeitskonstruktionen und Selbstbeschreibungen der Organisation und ihre Handlungen zu beobachten und daraus Interventionen abzuleiten. Aus der Differenz zwischen der eigenen und der fremden Sicht kann das System Informationen ableiten, die zu Entwicklungsimpulsen führen, die wieder schöpferisches Verhalten ermöglichen. Dieser Effekt tritt vor allem dann ein, wenn sich die Problemlösungskapazität des Systems steigert und alternative Selbstentwürfe möglich werden.41

 

38 Wimmer (Systemische Interventionen) 1
39 Königswieser/Exner (Systemische Intervention) 17
40 Willke (Interventionen) 333, 357
41 Königswieser/Exner (Systemische Interventionen) 19