Rufen Sie uns einfach an, und wir beraten Sie gerne zu unserem Seminar- und Studienangebot.
Unsere Ansprechpartner:
Michael Rabbat, Dipl.-Kfm.
MBA Chief Operating Officer
Claudia Hardmeier
Kunden-Center
Studienbetreuung
„Nimmt man das, was in den letzten Jahren in Zeitungen oder bei Tagungen propagiert wird, so scheinen Teams eine Art Zaubermittel für alles, was Organisationen anstreben, oder auch gegen alles, worunter sie leiden, geworden zu sein. Sie scheinen so etwas wie das Schweizer Messer für alle denkbaren Managementprobleme zu sein: ein Allzweckinstrument... Teams leiten Firmen und schrauben Autos zusammen, sie sind angeblich zu unglaublicher Kreativität fähig, und sie treffen Entscheidungen ohne Hierarchien. Sie scheinen paradiesische oder höllische Zustände zu versprechen, je nachdem aus welcher Perspektive man blickt.“ Ein wenig ironisch beginnt Fritz B. Simon das Kapitel „In-Teamitäten“ in seinem Buch „Gemeinsam sind wir blöd!?“23 und fokussiert damit auf eine der wesentlichen Fragen im strategischen Management: Ist Strategie alleinige „Chefsache“? Anders formuliert: Soll der CEO, der Geschäftsführer, der Vorstand, also die wesentlichste Entscheidungseinheit in einem Unternehmen „all alone“ Strategien entwickeln und diese dann zur Umsetzung an die unteren Hierarchiestufen übergeben? Oder soll er sich beraten? Mit wem? Wenn es ein Strategieteam geben soll, wer beruft wen mit welchen Qualifikationen in dieses Team?
2001 veröffentlichte Jim Collins seine Studie über die Führung „großartiger Unternehmen“ und definiert als einen der Erfolgsfaktoren das Prinzip „Erst wer, dann was“. Es beschreibt, dass man in einer Unternehmung zuerst ein funktionierendes, starkes Team (Wer), bestehend aus den richtigen Mitarbeitern, aufbauen muss, bevor sich dieses Team um die Strategie (Was) kümmern kann.24 Weiters beschreibt Collins „Level 5 Leadership“ – Bescheidenheit gepaart mit hoher Konflikt- bzw. Diskussionsbereitschaft auf der Sachebene – als höchste Führungskompetenz25. Diese Gedanken greift Fritz Simon auf und bezieht seinerseits Gemeinsamkeiten erfolgreicher Führungsmodelle auf den systemischen Kommunikationskontext: die inhaltliche, sachbezogene Entscheidungsfindung muss auf Basis einer symmetrischen Kommunikation erfolgen. Da die hierarchische Position eines Managers nicht garantiert, dass er die besten Ideen hat, das größte Wissen oder die höchste Intelligenz, kann nur ein ergebnisoffener Diskussionsprozess erfolgreiches Management gewährleisten.
Eine schlüssige Antwort auf obige Fragen zur Erarbeitung einer erfolgreichen Unternehmensstrategie wäre daher:
Der kompetente, für die Strategie verantwortliche Manager, wählt Personen in ein heterogenes Team, die einerseits eine große Variationsbreite von Persönlichkeitsstrukturen aufweisen. Gleichzeitig müssen die Teammitglieder sich aber gegenseitig schätzen und so vertrauensvoll miteinander kommunizieren können, dass die sachlichen Differenzen und Widersprüche kreativ transformiert und gelöst werden können.26
23 Simon (Gemeinsam sind wir blöd) 142f
24 Collins (Good to Great) 41ff
25 Ebd. 17ff
26 Simon (Gemeinsam sind wir blöd!?) 157, 190