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9. Schlussbetrachtung und Empfehlung

Eine gute Geschäftsidee welche nachhaltig ist, verfolgt drei Ziele.
Erstens: Sie befriedigt ein Marktbedürfnis durch entsprechenden Nutzen.
Zweitens: Sie setzt sich im Markt durch.
Drittens: Sie muss langfristig rentieren.

Diese drei Ziele sind mit dem ursprünglichen SBB Shop nicht gegeben. Mit der Modifizierung aufgrund der IST-Analyse sollte zumindest das erste Ziel erreicht werden. Bei einem realistischen Szenario ist innerhalb des Zeithorizontes von 7 Jahren ein erster Gewinn möglich. Für die Erreichung der Ziele zwei und drei ist realistischerweise noch einmal mit einer ähnlichen Zeitspanne zu rechnen. Möglich wird dies allerdings nur durch die besondere Finanzierungsform der Quersubventionierung der Produkte (vor allem im Bereich Material- und Herstellungskosten, Nutzung von vorhandenen Produkten sowie Eigenproduktion), sowie sehr stark durch den innovativen Einsatz der MBI-Einsparungen, welche finanztechnisch im Umsatz übernommen werden und damit zwischen 20% und 35% des Umsatzes generieren. Darin liegen auch die Unsicherheiten auf die Zeitspanne von 7 Jahren betrachtet. Wie lange reicht der Eigenvorrat sowie die Möglichkeit der Quersubventionierung? Und: Wie hoch ist die natürliche Fluktuation der Mitarbeitenden beim SBB Shop? Newplacementhonorare, welche auch als Umsatz verrechnet werden könnten, sind in der Erfolgsrechnung nicht enthalten. Diese werden, da nicht planbar auftretend, als ausserordentliche Einnahmen das Ergebnis im Ereignisfall positiv beeinflussen. Mit der exklusiven Lage mitten in der Rail City Bern entstehen zusätzlich sehr hohe Kosten, welche durch eine Verschiebung der Lokalität ausserhalb der Rail City optimiert werden könnten. Hier wäre ein Einsparpotenzial machbar. Jedoch lassen sich die Vorteile der zentralen Lage nicht quantifizieren. Nicht ausser Betracht gelassen werden darf der Businessplan aus der Strategie Review 2007 welcher folgendes vorsieht; „Anyway finanziert sich 2013 vollumfänglich aus Erlösen aus Dienstleistungen und Newplacementhonoraren“. Letztendlich werden auch noch personalpolitische und weitere Überlegungen eine wesentliche Rolle spielen, welche jedoch finanziell bewusst nicht abgebildet werden. Diese können durchaus dazu beitragen, dass die notwendige Unterstützung zur Realisierung eines SBB Shops gemäss vorliegendem Businessplan durch die Konzernleitung SBB gewährt wird.

Empfehlung
Aus betriebswirtschaftlicher Sicht trägt der Businessplan SBB Shop etliche Risiken für Anyway, welche mit den aufgeführten Einsparpotenzialen und weiteren Massnahmen minimiert werden kann. Eine Businessplan-Review 2009, welche auch die nächsten neuen Geschäftsfelder berücksichtigt und mögliche Synergien berücksichtigt, sollte bis Mitte 2009 vor dem Entscheid durchgeführt werden. Aufgrund dieser Gesamtbetrachtung und unter Berücksichtigung der personalpolitischen Überlegungen kann dann ein fundierter Entscheid gefällt werden.